LANDSCAPES OF MY INNNER DIASPORA // PINK LADY 2.0

In diesem besonderen Performance-Double ertastet und überwindet die Tänzerin und Choreographin Rosalie Wanka Brüche. Brüche, die aus einer identitären Fragmentierung kommen, die Vielschichtigkeit bedingen oder eine Wiederannäherung nötig machen. In der Performance LANDSCAPES OF MY INNER DIASPORA // PINK LADY 2.0 geht es um solchen Identitäten, die brüchig sind und sich gerade durch diese Brüche bedingen: die Frage nach der Herkunft, die Frage nach Weiblichkeit und Geschlechterzuschreibungen und die Spannung zwischen Projektion und Realität. Ein Abend auf der Suche.
Man hat nicht nur von überall etwas mitgenommen, sondern überall auch ein Stück von sich zurückgelassen, wenn man aus der Heimat fortgegangen oder in mehreren Kulturen aufgewachsen ist. Manchmal fühlt man sich bereichert, meistens jedoch fragmentiert. Als würde man nirgends richtig dazugehören, als würde man zwischen den Kulturen hängen. Dieses Spannungsfeld erforscht Rosalie Wanka in der Neuinszenierung von LANDSCAPES OF MY INNER DIASPORA zusammen mit der Cello-Künstlerin Ana Topalovic. Die Frage nach Identität, Problematiken, die mit Migrationsbewegungen einhergehen und respektvolles kulturübergreifendes Zusammenleben ist so akut wie nie zuvor. “Landscapes of my Inner Diaspora” schafft einen Raum dafür, das Fremde zu erleben und die Zerstreutheit der inneren Diaspora zu erkunden.
Durch ihre Bewegungen nimmt Rosalie Wanka das Publikum mit auf die zerklüfteten Wege durch die seelischen Landschaften der Diaspora, die Ana Topalovic sowohl klanglich mit ihrem E-Cello und Live-Electronics als auch visuell mit interagierenden Videoprojektionen sichtbar werden lässt. So machen die beiden Künstlerinnen die inneren Spannungen für das Publikum sinnlich erfahrbar. In diesem Doppelsolo aus zeitgenössischem Tanz und Multicello öffnet sich ein Raum, in dem das Phänomen fragmentierter Wahrnehmung von Raum, Zeit, Körper und Psyche hinterfragt und Herkunft friedlich erlebt wird.
Als besonderes Highlight fügt Rosalie Wanka anschließend der Identitätssuche noch eine weitere Dimension hinzu: in ihrem preisgekrönten Solo PINK LADY 2.0 hinterfragt sie soziale, kulturelle und geschlechtliche Zuschreibungen, zwischen denen das Individuum hängt. Auf intime Weise erzählt die Tänzerin von dem Bruch zwischen male gaze, Weiblichkeitsattributen und der eigenen inneren Wahrnehmung, und versöhnt die vermeintlichen Widersprüche in einem Solo aus zeitgenössischer Bodenarbeit, argentinischem Tango und fluiden Bewegungstechniken in Highheels und Business-Kostüm.